Installation von KVM unter Debian 7

KVM (Kernel-based Virtual Machine) ermöglicht die Installation mehrerer virtueller Rechner auf einem Linux System. Dabei lassen sich nicht nur andere Linux Distributionen als virtuelle Maschinen aufsetzen, sondern beispielsweise auch Windows Systeme. Dieses Tutorial beschreibt die Installation und Konfiguration von KVM unter Debian.

Schritt 1: System auf den neuesten Stand bringen

apt-get update && apt-get upgrade --show-upgraded

Schritt 2: Vorraussetzungen prüfen

Um KVM nutzen zu können, muss die CPU Hardware Virtualisierung unterstützen. Dies lässt sich mit folgendem Befehl prüfen.

egrep '(vmx|svm)' --color=always /proc/cpuinfo

Unterstützt die CPU Hardware Virtualisierung, sieht die Ausgabe in etwa so aus (gekürzt):

flags : fpu vme de pse tsc msr pae mce [...] fsgsbase smep erms

Sollte der Befehl keine Ausgabe liefern, unterstützt die CPU eine Virtualisierung der Hardware nicht und der Einsatz von KVM ist auf diesem System nicht möglich.

Schritt 3: Installation der notwendigen Pakete

apt-get install kvm qemu-kvm libvirt-bin virtinst bridge-utils

Schritt 4: Gruppen zuweisen

Im Anschluss an die Installation muss der aktuelle Benutzer, also root, zu den Gruppen kvm und libvirt hinzugefügt werden.

adduser $(id -un) kvm
adduser $(id -un) libvirt

$(id -un) gibt dem Befehl lediglich den aktuellen Benutzer mit. Alternativ könnte hier auch einfach „root“ verwendet werden.

Schritt 5: Installation überprüfen

Um zu prüfen, ob die Installation erfolgreich war, wird folgender Befehl verwendet:

virsh -c qemu:///system list

Der Befehl sollte folgende Ausgabe liefern. Da noch keine virtuellen Maschinen angelegt sind, ist die Liste darunter leer.

Id Name State
----------------------------------------------------

Schritt 6: Netzwerk konfigurieren

Damit jede virtuelle Maschine auch als eigenständiger Rechner im Netzwerk erkannt ist, muss eine Netzwerk-Bridge angelegt werden.

nano /etc/network/interfaces

Wenn das System eine Statische IP Adresse besitzt, schaut die Datei in etwa so aus:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.0.2
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1

Um eine Bridge anzuleben muss sie folgendermaßen geändert werden:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto br0
iface br0 inet static
address 192.168.0.2
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1
bridge_ports eth0
bridge_fd 9
bridge_hello 2
bridge_maxage 12
bridge_stp off

Zuletzt empfiehlt sich ein Neustart des Systems.

init 6

KVM, libvirt und QUEMU sind nun vollständig installiert.

Installation und Verwaltung virtueller Maschinen

Zur Verwaltung und Installation virtueller Maschinen auf dem KVM Host empfiehlt sich der Einsatz des Virtual Machine Managers, welcher sich unter Debian folgendermaßen installieren lässt.

apt-get install virt-manager

Der Virtual Machine Manager erfordert eine grafische Umgebung. Die Verwendung ist selbsterklärend.

Installation einer virtuellen Maschine über die Kommandozeile

Alternativ lassen sich virtuelle Maschinen auch über die Kommandozeile installieren. Hierzu empfiehlt sich ein Blick in die manpages von virt-install, welches als Teil von virtinst mit installiert wurde.

man virt-install

Ein Beispiel

Um eine virtuelle Maschine mit Debian mit dem Namen „debian-gast“, 512MB RAM, zwei virtuellen CPUs, sowie dem Festplatten Image /var/lib/libvirt/images/debian-gast.img (mit einer Größe von 20GB) von dem CD-Image debian.iso zu installieren wird folgender Befehl verwendet:

virt-install --connect qemu:///system -n debian-gast -r 512 --vcpus=2 --disk path=/var/lib/libvirt/images/debian-gast.img,size=20 -c /var/lib/libvirt/images/debian.iso --vnc --noautoconsole --os-type linux --os-variant debiansqueeze --accelerate --network=bridge:br0 --hvm

5 Gedanken zu „Installation von KVM unter Debian 7

  1. Christian Schulze

    Ein Tolle Anleitung doch leider hat meine Virtuelle Maschine kein Zugriff auf das Netzwerk. Was habe ich falsch gemacht?

    Antworten
  2. grafinovest

    Ich versuche gerade, das Ganze nachzuvollziehen. Leider bekomme ich die Meldung, das es libvirt-bin nicht mehr gibt. Statt dessen wird es durch die Pakete libvirt-daemon-system libvirt-dev:i386 libvirt-daemon-system:i386 libvirt-clients:i386 libvirt-dev libvirt-clients ersetzt. Wie muss das Ganze jetzt angepasst werden?

    Grüsse

    Graffy

    Antworten
    1. Markus Mansshardt Beitragsautor

      Hi Graffy,

      das Tutorial bezieht sich auf Debian 7 (ich habe den Titel angepasst). Ich nehme an, dass du unter Debian 8 oder 9 arbeitest. Wenn das so ist empfehle ich dir ein anderes Tutorial zu verwenden.

      Grüße
      Markus

      Antworten

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